Wander-Demografie Partner & Gruppen Tabelle: Verteilung von Solo-Wanderern, Paaren, Familien mit Kindern & Wandergruppen 2026

Wandern ist längst nicht mehr nur eine Aktivität für klassische Wandervereine. Menschen gehen allein, zu zweit mit dem Partner, mit Freunden, mit der Familie oder in größeren Gruppen auf Tour. Die aktuellen Ergebnisse des Wandermonitors zeigen dabei eine klare Tendenz: Die Wanderung zu zweit ist die mit Abstand häufigste Form. Gleichzeitig gewinnt das Solo-Wandern an Bedeutung, während Wanderungen mit Kindern und größere organisierte Gruppen deutlich seltener vorkommen.

Für 2026 lassen sich die verfügbaren Daten insbesondere aus dem Wandermonitor der Ostfalia Hochschule heranziehen. Eine bundesweit repräsentative Statistik, die alle Wandernden exakt in die vier Kategorien „Solo“, „Paar“, „Familie mit Kindern“ und „Wandergruppe“ einteilt, gibt es allerdings nicht. Deshalb müssen die unterschiedlichen Erhebungen entsprechend ihrer Methodik betrachtet werden.

Wander-Demografie 2026 im Überblick

Die aktuellste detaillierte Gruppengrößen-Auswertung des Wandermonitors basiert auf 1.114 Befragten. Dabei wurden auch Kinder unter 18 Jahren berücksichtigt. 26,5 Prozent der Wanderungen waren Einzelwanderungen, 42,3 Prozent wurden von zwei Personen unternommen. Größere Gruppen kamen deutlich seltener vor. Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Wanderform Anteil Einordnung
Solo-Wanderer 26,5 % 1 Person
Paare bzw. 2-Personen-Wanderungen 42,3 % 2 Personen
3-Personen-Wanderungen 11,8 % häufig Freunde oder Familie
4-Personen-Wanderungen 5,1 % kleine Familien-/Freundesgruppen
5–6 Personen 5,4 % kleinere Wandergruppen
7–15 Personen 5,8 % größere Gruppen
16–25 Personen 1,8 % organisierte/größere Gruppen
Mehr als 25 Personen 1,3 % sehr große Gruppen

Die Zahlen beziehen sich auf die Anzahl der Personen pro Wanderung, nicht auf den Anteil der Bevölkerung, der bevorzugt mit einer bestimmten Personengruppe wandert. Das ist für die Interpretation wichtig. Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Zu zweit wandern ist am beliebtesten

Die Zwei-Personen-Wanderung stellt den größten einzelnen Bereich dar. Mit 42,3 Prozent entfällt mehr als jede fünfte Wanderung auf zwei Personen.

Dabei muss allerdings zwischen „Paar“ und „zwei Personen“ unterschieden werden. Eine Zwei-Personen-Wanderung kann beispielsweise auch mit einem Freund, einer Freundin oder einem Familienmitglied stattfinden. Der Wandermonitor zeigt jedoch, dass Partnerinnen und Partner sowie Freunde zu den wichtigsten Begleitpersonen gehören. idw Nachrichten

Die Dominanz kleiner Gruppen ist plausibel: Zwei Personen können eine Wanderung relativ unkompliziert planen und müssen weder auf die Bedürfnisse einer großen Gruppe noch auf umfangreiche organisatorische Fragen Rücksicht nehmen.

Solo-Wandern: Mehr als ein Viertel der Wanderungen

Mit 26,5 Prozent ist das alleinige Wandern ebenfalls sehr verbreitet. Mehr als jede vierte erfasste Wanderung wurde von nur einer Person unternommen.

Bereits der Wandermonitor 2023 kam auf einen Anteil von 23 Prozent Solo-Wanderern. Die Ostfalia stellte damals gleichzeitig fest, dass Wanderungen am häufigsten zu zweit stattfinden und dass Partner beziehungsweise Freunde die wichtigsten Begleitpersonen sind. idw Nachrichten

Damit deutet sich über die Jahre eine interessante Entwicklung an: Wandern ist sowohl eine soziale als auch eine individuelle Freizeitaktivität. Wer Ruhe, Natur und Abstand vom Alltag sucht, kann allein unterwegs sein, während andere das gemeinsame Erlebnis bevorzugen.

Familien mit Kindern bleiben eine Nische

Beim Familienwandern ist die Datenlage besonders interessant. Eine Sonderauswertung des Wandermonitors zeigt, dass 14,1 Prozent der Befragten des Wandermonitors 2023 angaben, mit Familienangehörigen zu wandern. Von diesen Personen wanderten wiederum 61 Prozent mit Kindern beziehungsweise Enkelkindern. TMU

Das bedeutet nicht, dass 14,1 Prozent aller Wanderungen Familienwanderungen sind. Die Frage bezog sich auf die Begleitung durch Familienangehörige. Außerdem können Familienangehörige auch erwachsene Kinder, Geschwister oder andere Verwandte sein.

Für die Kategorie „Familien mit Kindern“ lässt sich daher kein seriöser exakter Prozentwert aus der aktuellen Gesamtstatistik ableiten.

Kennzahl Familienwandern Wert
Befragte, die mit Familienangehörigen wanderten 14,1 %
Davon mit (Enkel-)Kindern 61 %
Familienwandern insgesamt eher Nischenbereich

Die Ostfalia bezeichnet das Familienwandern entsprechend als Nischenthema. Auch aktuelle Berichte zum Wandermonitor greifen diese Einschätzung auf. TMU

Wie groß sind Wandergruppen?

Je größer die Wandergruppe wird, desto seltener kommt diese Form vor. Nur 5,8 Prozent der Wanderungen im aktuellen Gruppengrößen-Datensatz fanden mit 7 bis 15 Personen statt. Weitere 1,8 Prozent entfielen auf Gruppen mit 16 bis 25 Personen und 1,3 Prozent auf Gruppen mit mehr als 25 Personen. Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Damit entfielen insgesamt rund 9 Prozent der erfassten Wanderungen auf Gruppen mit mindestens sieben Personen.

Noch kleinere Gruppen sind dagegen wesentlich häufiger: 5,4 Prozent wanderten mit fünf bis sechs Personen. Zusammen mit den 3- und 4-Personen-Wanderungen zeigt sich, dass kleine Gruppen wesentlich typischer sind als große organisierte Wanderungen.

Tabelle: Solo, Paar, Familie und Gruppe

Für eine vereinfachte Darstellung der Wander-Demografie 2026 kann die Datenlage folgendermaßen zusammengefasst werden:

Kategorie Statistik/Orientierung Bedeutung
Solo 26,5 % sehr häufig
Zu zweit 42,3 % häufigste Form
3–4 Personen 16,9 % kleine Gruppen/Familien/Freunde
5–6 Personen 5,4 % kleinere Gruppen
7–15 Personen 5,8 % größere Wandergruppen
16–25 Personen 1,8 % große Gruppen
Mehr als 25 Personen 1,3 % sehr große Gruppen
Familien mit Kindern nicht separat als Gesamtquote ausgewiesen Nischenbereich

Die Werte der ersten sechs Zeilen stammen aus der Gruppengrößen-Auswertung des Wandermonitors. Die Kategorie „Familien mit Kindern“ sollte dagegen nicht künstlich mit einem Prozentwert versehen werden, weil sie in der verfügbaren Statistik nicht deckungsgleich mit der Gruppengröße erfasst wurde. Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Partner oder Freunde: Wer begleitet Wandernde?

Neben der Gruppengröße spielt die Art der Beziehung zwischen den Wandernden eine wichtige Rolle. Bereits der Wandermonitor 2023 kam zu dem Ergebnis, dass Menschen aus dem Freundeskreis oder aus einer partnerschaftlichen Beziehung die wichtigsten Begleitpersonen sind. idw Nachrichten

Eine ältere Wandermonitor-Auswertung zeigt ebenfalls die starke Bedeutung des Partners: In dieser Untersuchung wurden Partner mit 51,6 Prozent als häufigste Begleitung genannt, gefolgt von Freunden mit 30,2 Prozent und Familie mit 21,6 Prozent. Diese Zahlen stammen allerdings aus einer älteren Erhebung und sollten deshalb nicht als aktuelle 2026-Werte verwendet werden. Dokumen

Für 2026 lässt sich daraus vor allem die qualitative Aussage ableiten: Wandern ist besonders häufig eine Aktivität für Paare und Freunde.

Warum wandern so viele Menschen zu zweit?

Das gemeinsame Wandern verbindet mehrere typische Motive. Natur erleben und Bewegung beziehungsweise Aktivität gehören laut Wandermonitor zu den wichtigsten Gründen für eine Wanderung. Für viele Menschen kommt das soziale Erlebnis hinzu. idw Nachrichten

Eine Zweiergruppe bietet dabei einen guten Kompromiss zwischen Gesellschaft und Flexibilität. Route, Tempo und Pausen können gemeinsam abgestimmt werden. Gleichzeitig ist eine Wanderung zu zweit organisatorisch deutlich einfacher als eine Tour mit zehn oder 20 Teilnehmern.

Solo-Wandern als Trend

Dass mehr als ein Viertel der Wanderungen allein stattfindet, zeigt gleichzeitig, dass Wandern nicht zwangsläufig eine Gruppenaktivität sein muss.

Solo-Wanderer profitieren von maximaler Flexibilität. Sie können Länge, Tempo und Pausen selbst bestimmen. Außerdem wird das Wandern allein häufig mit Ruhe, Erholung und dem Wunsch verbunden, Abstand vom Alltag zu gewinnen.

Die Entwicklung passt auch zu den Ergebnissen des Wandermonitors, nach denen Wandern nicht nur wegen Bewegung und Naturerlebnis, sondern auch als Ausgleich zum Alltag genutzt wird. idw Nachrichten

Familienwandern hat besondere Anforderungen

Wanderungen mit Kindern unterscheiden sich deutlich von klassischen Erwachsenen-Touren. Länge, Höhenmeter und Wegbeschaffenheit müssen stärker an das Alter der Kinder angepasst werden.

Die Sonderauswertung des Wandermonitors macht deutlich, dass Familienwandern innerhalb der untersuchten Wanderergruppe relativ klein bleibt. Gleichzeitig existiert eine Nachfrage nach familiengerechten Angeboten. Entscheidend sind dabei beispielsweise kurze Strecken, abwechslungsreiche Wege, Spielmöglichkeiten und attraktive Zwischenziele. TMU

Was bedeutet die Statistik für Wanderregionen?

Für Tourismusregionen sind die Zahlen interessant, weil unterschiedliche Zielgruppen unterschiedliche Anforderungen stellen.

Für Paare und Zweiergruppen sind beispielsweise attraktive Rundwege, Aussichtspunkte und Einkehrmöglichkeiten interessant. Solo-Wanderer benötigen dagegen besonders gute Orientierung und sichere Wegführung. Familien profitieren von kurzen, abwechslungsreichen Routen. Größere Gruppen benötigen ausreichend Parkmöglichkeiten, Treffpunkte und gegebenenfalls gastronomische Kapazitäten.

Die Ergebnisse des Wandermonitors werden deshalb unter anderem genutzt, um wandertouristische Angebote zielgruppengerecht weiterzuentwickeln. TMU

Fazit: Paare dominieren, Solo-Wanderer sind ebenfalls stark vertreten

Die Wander-Demografie 2026 zeigt eine klare Hierarchie. Wanderungen zu zweit sind mit 42,3 Prozent die häufigste Form. Danach folgen Einzelwanderungen mit 26,5 Prozent. Drei- und Vier-Personen-Wanderungen erreichen zusammen 16,9 Prozent.

Größere Wandergruppen sind dagegen deutlich seltener. Auf Gruppen mit mindestens sieben Personen entfallen zusammen nur rund 9 Prozent der erfassten Wanderungen. Familien mit Kindern bilden ebenfalls einen vergleichsweise kleinen Teil des Wanderverhaltens; die Sonderauswertung des Wandermonitors bezeichnet Familienwandern als Nischenbereich. Tourismusnetzwerk Niedersachsen

Damit lässt sich das typische Bild des Wanderns 2026 recht gut zusammenfassen: Am häufigsten sind zwei Personen unterwegs, gefolgt von Solo-Wanderern und kleinen Gruppen. Große Wandergruppen bleiben eine Ausnahme.

Quellen