Wanderstöcke können beim Wandern für zusätzliche Stabilität sorgen, das Gleichgewicht verbessern und besonders auf unebenem Gelände eine wertvolle Unterstützung sein. Voraussetzung dafür ist allerdings die richtige Einstellung. Sind die Stöcke zu lang oder zu kurz, kann die natürliche Bewegung beeinträchtigt werden.
Doch welche Länge ist 2026 die richtige? Eine häufig verwendete Faustformel lautet Körpergröße × 0,68. Gleichzeitig empfehlen Hersteller wie Komperdell für klassische Wander- und Trekkingstöcke eigene Größentabellen, die je nach Modell etwas von dieser Formel abweichen können. (Decathlon)
Wanderstöcke Länge Tabelle 2026
Als praktische Orientierung kann folgende Tabelle dienen:
| Körpergröße | Empfohlene Wanderstocklänge |
|---|---|
| 150 cm | ca. 100–105 cm |
| 155 cm | ca. 105–110 cm |
| 160 cm | ca. 110–115 cm |
| 165 cm | ca. 110–115 cm |
| 170 cm | ca. 115–120 cm |
| 175 cm | ca. 120 cm |
| 180 cm | ca. 120–125 cm |
| 185 cm | ca. 125–130 cm |
| 190 cm | ca. 130 cm |
| 195 cm | ca. 130–135 cm |
| 200 cm | ca. 135 cm |
Die Tabelle ist als Ausgangspunkt gedacht. Je nach Stockmodell, persönlicher Körperproportion und Einsatzgebiet kann die optimale Länge etwas abweichen.
Zum Vergleich gibt Komperdell für seine Classic-&-Touring-Modelle beispielsweise 140 cm Körpergröße = 110 cm Stocklänge, 170 cm = 140 cm, 180 cm = 150 cm und 200 cm = 170 cm an. (Komperdell)
Damit wird deutlich: Herstellertabellen können von der Faustformel 0,68 abweichen. Deshalb sollte man beim Kauf immer auch den Größenratgeber des konkreten Modells beachten.
Wanderstöcke Länge berechnen: Welche Formel gilt?
Eine häufig genutzte Berechnung lautet:
Körpergröße in cm × 0,68 = ungefähr optimale Stocklänge
Beispiel bei einer Körpergröße von 175 cm:
175 × 0,68 = 119 cm
Damit wären Wanderstöcke mit einer Einstellung von ungefähr 115 bis 120 cm ein sinnvoller Ausgangspunkt.
Auch Decathlon verwendet für Walkingstöcke die Formel Körpergröße × 0,68 und nennt bei 170 cm Körpergröße etwa 115 cm als Beispiel. (Decathlon)
Bei einem individuell verstellbaren Trekkingstock ist das besonders praktisch, weil man die Länge anschließend beim Wandern feinjustieren kann.
Warum die richtige Länge so wichtig ist
Die Stocklänge beeinflusst die Körperhaltung und den Bewegungsablauf. Zu lange Stöcke können dazu führen, dass die Arme beim Aufsetzen zu stark nach oben geführt werden. Zu kurze Stöcke können dagegen eine ungünstige Haltung begünstigen.
Eine einfache praktische Kontrolle ist deshalb wichtiger als die reine Berechnung:
Beim Aufstellen der Stöcke sollte der Ellbogen ungefähr einen rechten Winkel bilden.
Mehrere Größenratgeber verwenden diese 90-Grad-Regel als Orientierung. (Decathlon)
Die tatsächliche Wohlfühllänge kann trotzdem individuell etwas davon abweichen.
Wanderstöcke bergauf kürzer einstellen
Beim Bergaufgehen kann es sinnvoll sein, die Stöcke etwas kürzer einzustellen.
Der Grund: Der Körper befindet sich aufgrund der Steigung in einer anderen Position. Kürzere Stöcke können es erleichtern, die Arme sinnvoll einzusetzen und die Stöcke weiter oben am Hang aufzusetzen.
Bei längeren Anstiegen kann eine geringfügige Verkürzung daher angenehmer sein.
Wanderstöcke bergab länger einstellen
Beim Bergabgehen ist häufig das Gegenteil sinnvoll.
Wer bergab wandert, kann die Stöcke etwas verlängern. Dadurch lässt sich der Stock weiter vor dem Körper beziehungsweise tiefer im Gelände aufsetzen.
Das kann insbesondere auf steilen oder unebenen Abstiegen praktisch sein.
Wichtig ist allerdings, nicht zu stark zu verlängern. Die Kontrolle über den Stock sollte jederzeit erhalten bleiben.
Wanderstöcke auf flacher Strecke
Auf ebenem Gelände sollte die normale Grundeinstellung verwendet werden. Bei vielen Wanderstöcken bedeutet das ungefähr den Bereich, der sich aus Körpergröße × 0,68 ergibt.
Wer beispielsweise 175 cm groß ist, kann zunächst eine Einstellung von rund 119 bis 120 cm ausprobieren.
Komperdell führt für Classic-&-Touring-Modelle bei 175 cm Körpergröße dagegen 145 cm als Herstellerempfehlung auf. (Komperdell)
Das zeigt, warum man sich nicht ausschließlich auf eine allgemeine Formel verlassen sollte: Stocktypen, Konstruktion und Einsatzbereich können unterschiedliche Empfehlungen ergeben.
Unterschied zwischen Wanderstöcken und Nordic-Walking-Stöcken
Ein wichtiger Punkt bei der Suche nach der richtigen Länge ist die Unterscheidung zwischen Wandern und Nordic Walking.
Nordic-Walking-Stöcke werden normalerweise kürzer gewählt als klassische Trekkingstöcke. Komperdell nennt beispielsweise für Nordic Walking bei einer Körpergröße von 170 bis 175 cm eine Stocklänge von 115 cm, während für Classic & Touring bei 170 cm 140 cm angegeben werden. (Komperdell)
Deshalb sollte man eine Tabelle nicht einfach auf jede Stockart übertragen.
Grobe Orientierung
Wander- und Trekkingstöcke:
etwa Körpergröße × 0,68 als Ausgangspunkt
Nordic-Walking-Stöcke:
ebenfalls abhängig von der Körpergröße, aber aufgrund der speziellen Technik deutlich anders dimensioniert
Alpine- bzw. Bergsportstöcke:
Hersteller können wiederum eigene Empfehlungen für die jeweiligen Einsatzbereiche geben.
Tabelle für Wanderstöcke von 160 bis 190 cm
Für die besonders häufig vorkommenden Körpergrößen kann man sich folgende Kurz-Tabelle merken:
| Körpergröße | Faustformel 0,68 | Praktischer Bereich |
|---|---|---|
| 160 cm | 109 cm | ca. 105–110 cm |
| 165 cm | 112 cm | ca. 110–115 cm |
| 170 cm | 116 cm | ca. 115–120 cm |
| 175 cm | 119 cm | ca. 115–120 cm |
| 180 cm | 122 cm | ca. 120–125 cm |
| 185 cm | 126 cm | ca. 125–130 cm |
| 190 cm | 129 cm | ca. 125–130 cm |
Diese Werte entsprechen einer allgemeinen Orientierung und nicht zwingend der Größentabelle eines bestimmten Herstellers. Eine entsprechende Berechnung und beispielhafte Rundung auf verfügbare Stocklängen findet sich auch in anderen Größenratgebern. (Alpenfux)
Feste oder verstellbare Wanderstöcke?
Wer häufig in unterschiedlichem Gelände unterwegs ist, kann von verstellbaren Wanderstöcken profitieren.
Bei einem Vario- oder Teleskopstock lässt sich beispielsweise für den Aufstieg eine andere Länge einstellen als für den Abstieg. LEKI weist ebenfalls darauf hin, dass die ideale Stocklänge von Faktoren wie Körpergröße und Einsatzbereich abhängt und bietet dafür einen eigenen Stocklängenberater an. (LEKI)
Vorteile verstellbarer Stöcke
- individuelle Anpassung an die Körpergröße
- Anpassung an Bergauf- und Bergabpassagen
- praktisch bei wechselndem Gelände
- leichter Transport
- geeignet für mehrere Nutzer innerhalb eines bestimmten Einstellbereichs
Bei faltbaren Modellen ist zusätzlich das Packmaß interessant. Moderne Faltstöcke können sich besonders platzsparend im Rucksack verstauen lassen. (Komperdell)
Was tun, wenn man zwischen zwei Größen liegt?
Liegt die berechnete Länge zwischen zwei verfügbaren Einstellungen, ist ein verstellbarer Stock besonders praktisch.
Beispiel:
Die Berechnung ergibt 118,5 cm, erhältlich sind aber nur 115 und 120 cm.
In diesem Fall kann man zunächst 120 cm ausprobieren und anhand der Armposition und des persönlichen Bewegungsgefühls entscheiden. Bei einem anderen Körperbau oder einer besonderen Technik können 115 cm angenehmer sein.
Die ideale Länge ist deshalb nicht ausschließlich eine mathematische Größe.
Länge der Wanderstöcke richtig testen
Wer die Möglichkeit hat, Wanderstöcke vor dem Kauf auszuprobieren, sollte auf folgende Punkte achten:
- Stöcke auf eine geeignete Ausgangslänge einstellen.
- Gerade aufrecht hinstellen.
- Stockspitzen direkt neben den Füßen aufsetzen.
- Griffe normal umfassen.
- Ellbogen ungefähr 90 Grad beugen.
- Einige Schritte gehen.
- Prüfen, ob Schultern und Arme entspannt bleiben.
Fühlt sich die Bewegung unnatürlich an, sollte die Länge in kleinen Schritten angepasst werden.
Häufige Fehler bei der Wahl der Stocklänge
Wanderstöcke zu lang
Zu lange Stöcke können die natürliche Armbewegung beeinträchtigen. Besonders beim flachen Wandern kann sich das unangenehm bemerkbar machen.
Wanderstöcke zu kurz
Sind die Stöcke zu kurz eingestellt, kann die Armhaltung ebenfalls unvorteilhaft werden.
Nordic-Walking-Tabelle für Trekking verwenden
Das ist ein häufiger Fehler. Nordic Walking und Trekking verwenden unterschiedliche Bewegungsmuster und deshalb teilweise deutlich unterschiedliche Stocklängen. Die Tabellen von Komperdell verdeutlichen diesen Unterschied besonders deutlich. (Komperdell)
Nur nach der Körpergröße entscheiden
Die Körpergröße ist ein wichtiger Ausgangspunkt, aber nicht das einzige Kriterium. Einsatzgebiet, Gelände, persönliche Technik und das konkrete Stockmodell spielen ebenfalls eine Rolle.
Fazit: Welche Wanderstocklänge ist 2026 richtig?
Die passende Wanderstocklänge 2026 lässt sich als Ausgangspunkt mit der Formel
Körpergröße × 0,68
berechnen.
Bei einer Körpergröße von 170 cm ergeben sich beispielsweise rund 116 cm, bei 180 cm etwa 122 cm und bei 190 cm ungefähr 129 cm.
Für die Praxis sind daher bei vielen Modellen ungefähr 115 cm bei 170 cm Körpergröße, 120 bis 125 cm bei 180 cm und 125 bis 130 cm bei 190 cm eine sinnvolle Orientierung. Entscheidend ist jedoch, dass die tatsächliche Herstellerangabe zum verwendeten Wanderstock berücksichtigt wird.
Wer regelmäßig bergauf und bergab unterwegs ist, ist mit verstellbaren Wanderstöcken besonders flexibel. So kann die Länge an Gelände und persönliche Bedürfnisse angepasst werden.
