Wer mit dem Klettern beginnt, stößt schnell auf Begriffe wie UIAA VI, 6a+, 5.10b oder VIIc. Doch was bedeuten diese Angaben eigentlich? Und welcher Klettergrad ist leicht, mittel oder bereits sehr anspruchsvoll?
Eine Kletterschwierigkeiten-Tabelle hilft dabei, die verschiedenen Bewertungssysteme miteinander zu vergleichen. In Deutschland ist insbesondere die UIAA-Skala verbreitet. Beim Sportklettern findet man außerdem sehr häufig die französische Skala, während beispielsweise in den USA die Yosemite Decimal System (YDS) verwendet wird.
Wichtig ist: Klettergrade sind keine exakt messbaren Einheiten. Sie dienen als Orientierung und können je nach Klettergebiet, Gestein, Routencharakter und persönlicher Erfahrung unterschiedlich empfunden werden.
Der Deutsche Alpenverein (DAV) stellt für die internationale Einordnung entsprechende Vergleichstabellen bereit.
Kletterschwierigkeiten Tabelle 2026
Die folgende Tabelle zeigt eine häufig verwendete grobe Zuordnung zwischen UIAA- und französischen Freiklettergraden:
| UIAA | Französischer Grad | Grobe Einschätzung |
|---|---|---|
| I | 1 | sehr leicht |
| II | 2 | leicht |
| III | 3a–3b | leicht bis mäßig |
| III+ | 3b–3c | mäßig |
| IV- | 3c | mäßig |
| IV | 4a | mittlere Schwierigkeit |
| IV+ | 4b | mittlere Schwierigkeit |
| V- | 4c | anspruchsvoller |
| V | 5a | schwierig |
| V+ | 5b | schwierig |
| VI- | 5c | sehr schwierig |
| VI | 5c–6a | sehr schwierig |
| VI+ | 6a | sehr schwierig |
| VII- | 6a+ | außergewöhnlich schwierig |
| VII | 6b | außergewöhnlich schwierig |
| VII+ | 6b+–6c | sehr anspruchsvoll |
| VIII- | 6c+ | sehr anspruchsvoll |
| VIII | 7a | extrem anspruchsvoll |
| VIII+ | 7a+–7b | extrem anspruchsvoll |
| IX- | 7b+ | extrem anspruchsvoll |
| IX | 7c | sehr hohe Anforderungen |
| IX+ | 7c+ | sehr hohe Anforderungen |
| X- | 8a | außergewöhnlich hohe Anforderungen |
| X | 8a+ | außergewöhnlich hohe Anforderungen |
| X+ | 8b | außergewöhnlich hohe Anforderungen |
| XI | 8c und darüber | Spitzenbereich |
Die Zuordnung ist bewusst als Orientierung zu verstehen. Der DAV weist selbst darauf hin, dass die verschiedenen internationalen Skalen nicht vollständig deckungsgleich sind.
Was bedeutet die UIAA-Kletterskala?
Die UIAA-Skala wurde entwickelt, um die Schwierigkeit von Kletterrouten international vergleichbar zu beschreiben. Die Grade werden zunächst mit römischen Zahlen angegeben.
Die Skala beginnt mit I und steigt über II, III, IV, V und VI bis zu höheren Graden. Ab bestimmten Schwierigkeiten werden zusätzlich Plus- und Minuszeichen verwendet.
Der DAV beschreibt beispielsweise:
- UIAA I: geringe Schwierigkeiten
- UIAA II: mäßige Schwierigkeiten
- UIAA III: mittlere Schwierigkeiten
- UIAA IV: große Schwierigkeiten
- UIAA V: sehr große Schwierigkeiten
- UIAA VI: überaus große Schwierigkeiten
- UIAA VII: außergewöhnliche Schwierigkeiten
Ab höheren Graden wird eine verbale Beschreibung zunehmend schwieriger, weil die Anforderungen an Technik, Kraft und psychische Leistungsfähigkeit stark zunehmen.
Klettergrad UIAA I bis III
Die unteren UIAA-Grade beschreiben relativ einfache Kletterei. Trotzdem bedeutet beispielsweise UIAA I nicht automatisch Wandern.
Der DAV weist ausdrücklich darauf hin, dass bereits im ersten UIAA-Grad die Hände zur Unterstützung des Gleichgewichts benötigt werden können. Schwindelfreiheit ist ebenfalls erforderlich.
UIAA I
Sehr einfache Felskletterei. Es gibt meist viele gute Tritte und Griffe. Dennoch handelt es sich bereits um Klettergelände und nicht einfach um einen normalen Wanderweg.
UIAA II
Die Bewegungen werden anspruchsvoller. Die sogenannte Drei-Punkte-Technik spielt eine größere Rolle: Von zwei Händen und zwei Füßen sollten grundsätzlich drei Kontaktpunkte stabil platziert sein.
UIAA III
Hier beginnt für viele Einsteiger bereits ernsthafte Kletterei. Senkrechte Passagen und gutgriffige Überhänge können Kraft und Technik erfordern. Der DAV bezeichnet diesen Grad als mittlere Schwierigkeit.
Klettergrad IV und V
Mit UIAA IV und V steigen die Anforderungen deutlich.
Der DAV beschreibt UIAA IV als „große Schwierigkeiten“. Erhebliche Klettererfahrung wird erforderlich, während längere Kletterstellen normalerweise mehrere Zwischensicherungen benötigen können.
Bei UIAA V spricht der DAV von „sehr großen Schwierigkeiten“. Neben körperlichen Voraussetzungen spielen Klettertechnik und Erfahrung eine zunehmende Rolle.
Für Einsteiger ist deshalb nicht nur die Frage wichtig, ob eine Route theoretisch im eigenen Schwierigkeitsbereich liegt. Auch die Absicherung, Routenlänge und psychische Belastung müssen berücksichtigt werden.
Klettergrad VI
Der VI. UIAA-Grad ist für viele Freizeitkletterer eine wichtige Grenze.
Der DAV beschreibt UIAA VI als „überaus große Schwierigkeiten“. Gefragt sind überdurchschnittliches Können und ein guter Trainingsstand. Hinzu kommen häufig ausgesetzte Passagen und anspruchsvollere Kletterbewegungen.
Im aktuellen DAV-Ausbildungsprogramm 2026 wird beispielsweise für verschiedene weiterführende Kletterqualifikationen das Beherrschen des oberen VI. Grades beziehungsweise VI+ im Onsight verlangt.
Das zeigt, dass UIAA VI+ bereits ein solides Kletterkönnen voraussetzt.
Klettergrade VII und VIII
Ab UIAA VII wird die Kletterei nochmals deutlich anspruchsvoller.
Der DAV bezeichnet diesen Bereich als „außergewöhnliche Schwierigkeiten“. Ein solcher Grad setzt entsprechendes Training und Erfahrung voraus. Die Anforderungen an körperliche und technische Fähigkeiten steigen weiter.
Bei UIAA VIII und darüber werden allgemeingültige verbale Beschreibungen zunehmend schwierig. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Unterschiede zwischen den einzelnen Routen werden immer stärker durch Bewegungsart, Wandstruktur, Griffqualität und individuellen Kletterstil bestimmt.
Französische Kletterskala
In vielen Sportklettergebieten ist die französische Bewertungsskala besonders wichtig.
Sie verwendet Kombinationen aus Zahlen und Buchstaben:
5a, 5b, 5c, 6a, 6b, 6c, 7a, 7b, 7c, 8a usw.
Zusätzlich gibt es jeweils die Abstufungen +, beispielsweise:
- 6a
- 6a+
- 6b
- 6b+
- 6c
- 6c+
Dadurch kann die Schwierigkeit wesentlich feiner abgestuft werden.
Der DAV führt beispielsweise UIAA VI ungefähr im Bereich von französisch 5c bis 6a und UIAA VII im Bereich von etwa 6a+ bis 6c auf.
Französische Klettergrade Tabelle
Für Sportkletterer ist folgende vereinfachte Übersicht besonders praktisch:
| Französischer Grad | Ungefähre UIAA-Zuordnung |
|---|---|
| 3a | III |
| 3b | III |
| 3c | III+ bis IV- |
| 4a | IV |
| 4b | IV+ |
| 4c | V- |
| 5a | V |
| 5b | V+ |
| 5c | VI |
| 6a | VI+ |
| 6a+ | VII- |
| 6b | VII |
| 6b+ | VII+ |
| 6c | VII+ bis VIII- |
| 6c+ | VIII- |
| 7a | VIII |
| 7a+ | VIII+ |
| 7b | VIII+ |
| 7b+ | IX- |
| 7c | IX |
| 7c+ | IX+ |
| 8a | X- |
| 8a+ | X |
| 8b | X+ |
| 8b+ | XI- |
| 8c | XI |
| 9a | oberhalb XI |
Die Übergänge sind nicht mathematisch exakt. Vergleichstabellen verschiedener Quellen können deshalb einzelne Grade etwas unterschiedlich zuordnen.
USA: Yosemite Decimal System
Wer in den USA klettert oder amerikanische Kletterberichte liest, trifft häufig auf das Yosemite Decimal System, kurz YDS.
Hier beginnt die relevante technische Skala mit 5.0 und steigt beispielsweise über:
- 5.6
- 5.7
- 5.8
- 5.9
- 5.10a
- 5.10b
- 5.10c
- 5.10d
- 5.11
- 5.12
- 5.13
- 5.14
- 5.15
Der DAV stellt auch hierfür eine Vergleichstabelle bereit. Beispielsweise wird UIAA VI ungefähr mit 5.9 und UIAA VI+ mit 5.10a angegeben.
Kletterschwierigkeiten im internationalen Vergleich
Eine vereinfachte Übersicht:
| UIAA | Frankreich | USA |
|---|---|---|
| III | 3a–3b | 5.2 |
| IV | 4a | 5.3 |
| IV+ | 4b | 5.4 |
| V- | 4+ | 5.5 |
| V | 5a | 5.6 |
| V+ | 5b | 5.7 |
| VI- | 5b–5c | 5.8 |
| VI | 5c | 5.9 |
| VI+ | 6a | 5.10a |
| VII- | 6a+ | 5.10b |
| VII | 6b | 5.10c |
| VII+ | 6b+–6c | 5.10d |
| VIII- | 6c+ | 5.11a |
| VIII | 7a | 5.11b |
| VIII+ | 7a+–7b | 5.11c–5.11d |
| IX | 7c | ca. 5.12b–5.12c |
| X | 8a+ | ca. 5.13a |
| XI | 8c | ca. 5.14b–5.14c |
Diese Tabelle ist eine grobe internationale Orientierung, keine exakte Umrechnung. Gerade im höheren Bereich können die verschiedenen Bewertungssysteme nicht ohne Weiteres eins zu eins umgerechnet werden.
Kletterschwierigkeit in der Halle und am Fels
Ein häufiger Fehler besteht darin, den Schwierigkeitsgrad einer Hallenroute direkt mit einer Felsroute gleichzusetzen.
Zwar können beide beispielsweise mit 6a bewertet sein, das tatsächliche Klettergefühl kann aber völlig unterschiedlich sein.
In der Halle sind Griffe, Tritte und Routenverlauf häufig gezielt gesetzt. Am natürlichen Fels bestimmen dagegen Gesteinsstruktur, Verwitterung, Risssysteme, Reibung und natürliche Griffe die Bewegungen.
Hinzu kommt, dass unterschiedliche Klettergebiete ihre eigene Bewertungskultur entwickeln können.
Warum Klettergrade subjektiv sind
Ein Klettergrad ist keine wissenschaftlich exakt messbare Größe.
Eine Route mit 6a kann einer Person leicht vorkommen, während eine andere Person dieselbe Route als ausgesprochen schwierig empfindet.
Das kann unter anderem daran liegen, dass unterschiedliche Fähigkeiten gefragt sind:
- Fingerkraft
- Maximalkraft
- Ausdauer
- Beweglichkeit
- Körpergröße
- Technik
- Balance
- mentale Stärke
- Erfahrung mit bestimmten Gesteinsarten
Eine groß gewachsene Person kann beispielsweise eine Route mit weit auseinanderliegenden Griffen anders empfinden als eine kleinere Person.
Klettergrad und Begehungsstil
Bei der Bewertung einer Leistung ist außerdem der Begehungsstil relevant.
Ein Kletterer kann eine Route beispielsweise:
- Onsight klettern,
- Flash klettern,
- Rotpunkt beziehungsweise redpoint klettern,
- oder mit vorheriger Unterstützung beziehungsweise Ausprobieren bewältigen.
Eine Route erstmals im Onsight zu klettern, ist etwas anderes, als sie nach mehreren Versuchen und mit Kenntnis der Bewegungsabfolge zu klettern.
Das aktuelle DAV-Ausbildungsprogramm verwendet beispielsweise ausdrücklich die Anforderung, einen bestimmten UIAA-Grad im Begehungsstil Onsight zu beherrschen.
Bouldern: Andere Schwierigkeitsgrade
Beim Bouldern werden teilweise ganz andere Skalen verwendet.
In Deutschland und Europa ist beispielsweise die Fontainebleau-Skala weit verbreitet:
4, 5, 6A, 6A+, 6B, 6B+, 6C, 6C+, 7A, 7A+ usw.
Der DAV berichtet 2026, dass ein großer Teil der deutschen Kletterszene im Seilklettern im Bereich UIAA V bis VIII und beim Bouldern ungefähr im Bereich Fontainebleau 5 bis 7 unterwegs ist.
Bouldergrade sollten deshalb nicht einfach mit Seilklettergraden gleichgesetzt werden.
Boulder-Schwierigkeitsgrade Tabelle
| Fontainebleau | Grobe Einschätzung |
|---|---|
| 4 | sehr leicht |
| 5 | leicht |
| 5+ | leicht bis mittel |
| 6A | mittel |
| 6A+ | mittel bis anspruchsvoll |
| 6B | anspruchsvoll |
| 6B+ | anspruchsvoll |
| 6C | schwierig |
| 6C+ | schwierig |
| 7A | sehr schwierig |
| 7A+ | sehr schwierig |
| 7B | sehr anspruchsvoll |
| 7B+ | sehr anspruchsvoll |
| 7C | extrem anspruchsvoll |
| 7C+ | extrem anspruchsvoll |
| 8A und höher | Spitzenbereich |
Auch hier handelt es sich um eine grobe Einordnung. Boulderprobleme können sehr unterschiedliche Anforderungen an Fingerkraft, Körperspannung, Dynamik und Beweglichkeit stellen.
Kletterschwierigkeiten Tabelle für Anfänger
Wer gerade mit dem Klettern beginnt, sollte sich nicht zu stark an einer bestimmten Zahl orientieren.
In einer Kletterhalle können beispielsweise Routen im Bereich UIAA III bis V oder entsprechende französische Grade einen Einstieg ermöglichen. Das hängt allerdings stark vom jeweiligen Hallensetting ab.
Wichtiger als der höchste gekletterte Grad sind zunächst:
- sichere Sicherungstechnik
- korrekte Partnerchecks
- kontrollierte Bewegungen
- gute Fußtechnik
- effiziente Körperposition
- richtige Belastung der Griffe
- kontrolliertes Abklettern
Der DAV betont auch in seiner aktuellen Unfallauswertung die Bedeutung von Partnercheck, Selbstcheck und kontrolliertem Abklettern.
Was ist ein guter Klettergrad?
Auch hier gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Für einen Anfänger kann UIAA IV bereits eine große persönliche Leistung sein. Für einen regelmäßig trainierenden Sportkletterer kann UIAA VI oder VII ein typischer Trainingsbereich sein. Leistungskletterer bewegen sich dagegen teilweise in deutlich höheren Graden.
Interessant ist, dass der DAV 2026 bei seinen Zahlen zum Klettersport feststellt, dass ein großer Teil der Kletternden beim Seilklettern im Bereich UIAA V bis VIII unterwegs ist.
Die persönliche Entwicklung ist daher wesentlich wichtiger als der Vergleich mit anderen.
Klettergrad Tabelle 2026: Die wichtigsten Skalen im Überblick
Wer sich nur die wichtigsten Systeme merken möchte, kann sich folgende Übersicht ansehen:
| Kletterart / Region | Häufige Skala |
|---|---|
| Deutschland / Alpen | UIAA |
| Sportklettern Europa | Französisch |
| USA | YDS |
| Elbsandstein | Sächsische Skala |
| Bouldern Europa | Fontainebleau |
| Eisklettern | WI-Skala |
| Mixed-Klettern | M-Skala |
Der DAV führt in seinen aktuellen Informationsmaterialien unter anderem Vergleichstabellen für UIAA, Frankreich, USA, Elbsandstein, Australien und Großbritannien.
Fazit
Eine Kletterschwierigkeiten-Tabelle 2026 ist vor allem dann hilfreich, wenn Klettergrade aus verschiedenen Ländern oder Klettergebieten miteinander verglichen werden sollen.
In Deutschland ist die UIAA-Skala besonders relevant. Beim modernen Sportklettern trifft man außerdem sehr häufig auf die französische Skala. Ein UIAA VI entspricht dabei grob dem Bereich 5c bis 6a französisch, UIAA VII ungefähr 6a+ bis 6c.
Die Zahlen sollten allerdings nicht als exakte mathematische Umrechnung verstanden werden. Klettergrade sind Bewertungen, die von Gebiet, Routencharakter, Gestein und individuellen Fähigkeiten beeinflusst werden.
Für Einsteiger ist deshalb nicht entscheidend, möglichst schnell einen hohen Grad zu erreichen. Viel wichtiger sind eine solide Klettertechnik, sichere Seil- und Sicherungstechnik und eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten.
Quellen und weiterführende Informationen
- Deutscher Alpenverein: Schwierigkeitsgrade beim Klettern im internationalen Vergleich
- Deutscher Alpenverein: Schwierigkeitsgrade beim Felsklettern
- Deutscher Alpenverein: Schwierigkeitsgrade von Bergwegen und UIAA-Skala
- Deutscher Alpenverein: Zahlen und Fakten zum Klettersport in Deutschland, Stand Juli 2026
- Deutscher Alpenverein: Klettern – Grundlagen und Informationen
