Radfahren spielt in Deutschland eine immer wichtigere Rolle – sowohl im Alltag als Verkehrsmittel als auch in der Freizeit. Aktuelle Statistiken zeigen eine steigende Nutzung, aber auch Herausforderungen bei Sicherheit und Infrastruktur. Der folgende Überblick fasst die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen bis 2026 zusammen.
1. Wie viele Menschen fahren in Deutschland Fahrrad?
Radfahren ist weit verbreitet:
- Rund 34 % der Bevölkerung nutzen das Fahrrad regelmäßig (EU-Vergleich) (Statistisches Bundesamt)
- Millionen Deutsche fahren zumindest gelegentlich Fahrrad – sei es im Alltag oder in der Freizeit
Zusätzlich zeigen Freizeitdaten:
- Etwa 37,4 Millionen Menschen unternahmen 2023 einen Tagesausflug mit dem Fahrrad (pd-f)
Das Fahrrad ist damit eines der wichtigsten Verkehrsmittel im sogenannten Umweltverbund (Rad, ÖPNV, Fußverkehr).
2. Fahrradbestand und Nutzung
Die Bedeutung des Fahrrads zeigt sich auch im Bestand:
- Über 90 Millionen Fahrräder in Deutschland (2025/2026) (DIE WELT)
- Davon mehr als 17 Millionen E-Bikes (DIE WELT)
Das bedeutet:
- Es gibt mehr Fahrräder als Einwohner
- E-Bikes treiben die Nutzung besonders bei älteren Menschen stark an
3. Verkehr und Infrastruktur
Ausbau des Radverkehrs
- Rund 68 km Radschnellwege in Betrieb (2026) (Wikipedia)
- Etwa 2.100 km weitere Projekte in Planung (Wikipedia)
Der Ausbau zeigt:
- steigende politische Bedeutung des Radverkehrs
- Fokus auf Pendlerstrecken und klimafreundliche Mobilität
4. Unfallstatistik: Sicherheit im Fokus
Die Sicherheit von Radfahrern bleibt ein zentrales Thema:
- 92.882 Fahrradunfälle mit Personenschaden (2024) (Linexo)
- 441 getötete Radfahrer im Jahr 2024 (Statistisches Bundesamt)
- Das entspricht etwa 16 % aller Verkehrstoten (Statistisches Bundesamt)
Weitere wichtige Erkenntnisse:
- Der Anteil tödlicher Fahrradunfälle ist über Jahre gestiegen (ADFC)
- Besonders betroffen sind:
- ältere Menschen
- Nutzer von E-Bikes (Focus Mobility)
5. Entwicklung und Trends bis 2026
1. Fahrrad bleibt im Trend
- Fahrradfahren hat seit der Corona-Pandemie stark zugenommen
- Nutzung bleibt auf hohem Niveau stabil
2. E-Bikes als Wachstumstreiber
- Immer mehr ältere Menschen nutzen das Fahrrad
- E-Bikes erweitern Reichweite und Alltagstauglichkeit
3. Infrastruktur im Ausbau – aber mit Defiziten
- Mehr Investitionen und Projekte
- Gleichzeitig Kritik an:
- fehlenden Radwegen
- Sicherheitslücken
4. Sicherheit als größte Herausforderung
- Trotz weniger Gesamtverkehrstoter steigt der Anteil von Radfahrern
- Forderungen nach:
- besseren Radwegen
- Tempo-30-Zonen
- klarer Verkehrsführung
6. Bedeutung im internationalen Vergleich
- Deutschland liegt im EU-Vergleich im oberen Mittelfeld
- Länder wie Niederlande oder Dänemark sind deutlich fahrradfreundlicher
Das zeigt:
- großes Potenzial für weiteren Ausbau
- strukturellen Nachholbedarf bei Infrastruktur
Fazit
- Radfahren ist in Deutschland weit verbreitet und gewinnt weiter an Bedeutung
- Millionen Menschen nutzen das Fahrrad regelmäßig, unterstützt durch einen hohen Fahrzeugbestand
- Gleichzeitig bleibt die Verkehrssicherheit ein zentrales Problem
- Bis 2026 zeigt sich ein klarer Trend:
mehr Fahrräder, mehr Nutzung – aber auch steigende Anforderungen an Infrastruktur und Sicherheit
Quellen (Auswahl)
- Statistisches Bundesamt (Destatis) – Fahrradunfälle 2024:
https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_N020_461.html - Destatis – Fahrradnutzung in Europa:
https://www.destatis.de/Europa/DE/Thema/Verkehr/Fahrrad.html - Zweirad-Industrie-Verband / Fahrradwirtschaft:
https://www.pd-f.de/die-fahrradwelt-in-zahlen-wichtige-daten-und-fakten/ - Überblick Fahrradunfälle:
https://www.linexo.de/magazin/tipps-tricks/fahrradunfaelle-was-die-amtliche-statistik-verraet - Liste Radschnellwege Deutschland:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Radschnellverbindungen_in_Deutschland - ADFC / Verkehrssicherheit:
https://www.adfc.de/artikel/destatis-zahl-der-getoeteten-radfahrenden-steigt