Berge Wandern Mount Everest ohne Erfahrung – Keine gute Idee

Mount Everest ohne Erfahrung – Keine gute Idee

Dieser Beitrag ist ein wichtiger Appell an die Vernunft, denn der Mount Everest zieht leider immer wieder Menschen an, die die Gefahren des Hochgebirges unterschätzen.


Projekt Mount Everest: Warum „einfach mal machen“ eine lebensgefährliche Idee ist

Der Mount Everest. 8.848 Meter. Der „Dach der Welt“. Für viele ist die Besteigung des höchsten Berges der Erde der ultimative Lebenstraum. Doch in den letzten Jahren zeigt sich ein besorgniserregender Trend: Immer mehr Menschen ohne nennenswerte Hochgebirgserfahrung versuchen, den Gipfel zu stürmen.

Was auf Social Media oft nach einem heroischen Abenteuer aussieht, ist in der Realität ein Spiel mit dem Leben – nicht nur dem eigenen.

1. Die „Todeszone“ verzeiht keine Fehler

Ab einer Höhe von etwa 8.000 Metern befindet sich der Mensch in der sogenannten Todeszone. Hier reicht der Sauerstoffgehalt der Luft nicht mehr aus, um den Körper am Leben zu erhalten; er baut Minute für Minute ab. Wer hier oben keine jahrelange Erfahrung im Umgang mit seinem Körper unter Extrembelastung hat, kann Warnsignale wie Erschöpfung, Erfrierungen oder das Einsetzen eines Höhenhirnödems nicht rechtzeitig deuten.

2. Fehlende Technik ist ein Sicherheitsrisiko

Der Everest ist kein Wanderberg. Auch wenn Fixseile von Sherpas vorbereitet werden, erfordert der Aufstieg technisches Können:

  • Steigeisengehen: Stundenlanges Laufen auf Eis und Fels.

  • Seilarbeit: Das sichere Ein- und Umhaken an Fixseilen, oft mit dicken Handschuhen bei -30 °C.

  • Ausrüstung: Der Umgang mit Sauerstoffmasken und Regulatoren muss blind beherrscht werden.Unerfahrene Bergsteiger blockieren oft schmale Passagen (wie den Hillary Step), was zu gefährlichen Staus führt und alle Beteiligten länger als geplant der Kälte aussetzt.

3. Die Gefahr für andere

Wer ohne Erfahrung loszieht, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr. Im Notfall müssen Sherpas oder andere Bergsteiger ihr eigenes Leben riskieren, um eine Rettung einzuleiten. In der Todeszone ist eine Rettung oft physisch unmöglich. Ein unerfahrener Bergsteiger wird so zur Gefahr für das gesamte Team.

4. Das Wetter ist unberechenbar

Am Everest kann das Wetter innerhalb von Minuten umschlagen. Ein Profi weiß, wann es Zeit ist, umzukehren – auch wenn der Gipfel nur noch 100 Meter entfernt ist. Ohne Erfahrung fehlt oft die Demut vor dem Berg, und die „Gipfelgier“ siegt über den Selbsterhaltungstrieb.

Der richtige Weg: Erst lernen, dann klettern

Wer wirklich auf den Everest will, sollte einen jahrelangen Weg einschlagen:

  1. Grundausbildung: Alpinkurse in den Alpen (Eis, Fels, Sicherung).

  2. Erfahrung sammeln: Besteigung von 4.000ern, dann 6.000ern (z. B. Island Peak).

  3. Härtetest: Mindestens ein anderer 8.000er (z. B. Cho Oyu), um die Reaktion des Körpers auf extreme Höhe zu testen.


Fazit

Der Mount Everest ist keine Touristenattraktion, sondern eine extreme Naturgewalt. Ihn ohne fundierte bergsteigerische Ausbildung anzugehen, ist respektlos gegenüber der Natur und unverantwortlich gegenüber sich selbst und anderen. Wahre Stärke zeigt sich darin, seine eigenen Grenzen zu kennen.